Epische Musikproduktion

 

Hallo zusammen und willkommen zu einem neuen Blogpost.

Da wir häufig Fragen bezüglich unsereres Equipments, Plugins und Soundbibliotheken bekommen, dachte ich mir heute über eine unserer Standardbibliotheken zu berichten und den einen und anderen Tipp für den Einsatz zu geben.

 

Besonders im Nischenbereich (siehe Artikel Finde deine Nische) der Trailermusik braucht man gut und episch Klingende Bibliotheken wie diese.

 

Wie bei allen Hands-Ons und Meinungen zu Soundbibliotheken möchten wir nochmals darauf hinweisen das Hartwigmedia KEIN Endorser von irgendwelchen Firmen ist!

Daher spiegeln unsere Produktests unsere subjektive Meinung als arbeitende Komponisten wider, die mit den Tools direkt arbeiten und nicht für oder gegen die Bewerbung der jeweiligen Produkte bezahlt werden!

 

Become Epic - Symphobia 1

 

Die Bibliothek kommt aus den Niederlanden und zwar vom Hersteller Projectsam (www.projectsam.com). Im Gegensatz zu anderen auf dem Markt erhältlichen Libraries sind in Symphobia keine Einzelinstrumente gesampelt worden (also es gibt z.B. keine Solo Flöte oder 1ste oder 2te Violinen) sondern es wurden ganze Orchestersektionen aufgenommen.

 

Kostenpunkt aktuell 599€ hinzu kommen noch 21% MwSt (da Niederlande) also alles in allem ca. 725€.

 

Vor- und Nachteile:


Das Sampeln von ganzen Orchesterparts hat schonmal zwei Vorteile: erstens ist der Sound immer ziemlich voll und mächtig und zweitens kann man die verschiedenen Sektionen z.b. Strings Short direkt auf dem Keyboard spielen ohne sich über die Platzierung der jeweiligen Streichergruppen (also Celli, Basses, Violins, Violas) zu kümmern, da dies bereits alles in dem Patch vorkonfiguriert wurde.

 

Der große Nachteil an der Sache ist, daß sich dieser Aufbau eigentlich nur für episches und wirklich massive Orchesterkompositionen alá Hans Zimmer oder Two Steps from Hell eignet. Ruhige Passagen sind zwar möglich aber niemals mit einer solchen Emotion wie mit anderen erhältlichen Bibliotheken, welche einzelne Instrumente oder kleinere Gruppen enthalten, möglich.

 

Mit einem Blick auf das Thema soll uns das aber nicht weiter stören, da wir ja vorhaben so episch und massiv wie möglich zu klingen ;-)

 

Aufbau der Library:


Grundsätzlich findet man eine Streicher Sektion, eine Blechbläser Sektion, Holzbläser und das Komplette Orchester sowie eine Sektion mit Special FX (Disturbia) in der Bibliothek. Vom Umfang her schonmal sehr schön. Im Prinzip sind alles Sektionen ähnlich aufgebaut so zum Beispiel die Streicher in Strings Short (Staccatto, Spiccatto, Pizzicato und die Stacked Versionen) und Strings Long (Sustain, Swells, Tremolo, Soft sustain).

 

Es gibt also immer eine Kurze und eine Sehr kurze Version der Artikulationen bei den Shorts sowie einige Variationen im Bereich der lang gespielten Streicher was für die nötige Abwechslung sorgt. Die Artikulationen können per Keyswitch umgeschaltet werden oder "gestackt" sprich zusammengemischt werden. (= mega fett)

 

Was ebenfalls wunderbar ist: daß es sehr schnell geht die Sektionen in den Sequenzer zu laden (bzw. in die Kontakt Instanz) so das man nicht ewig warten muss (wie beispielsweise bei gewissen 8Dio Instrumenten). Symphobia ist also das perfekte Tool um schnell mal was auszuskizzieren oder sich ein schönes Setup mit anderen Bibliotheken zu erstellen, ohne 30 Minuten auf das Laden der Samples warten zu müssen.

 

Der Klang:


...ist über jeden Zweifel erhaben, naja zumindest wenn man die Bibliothek mit anderen mischt :-)

Bisher haben wir noch keine Soundbibliothek gefunden die Out of the Box ohne irgendwelches mischen und "verschleiern" wirklich 100% ig einsatzfähig (sprich für eine Komposition für den Endkunden) gewesen wäre. Symphobia zum Beispiel hat durchaus ein Problem mit der Glaubwürdigkeit der Sehr Kurz gespielten Streicher, wenn man hier nicht vieeeeel Hall drauf legt.

 

Standalone in einem Musikstück würde man relativ schnell hören das dies auf jeden Fall mal keine echte Orchesteraufnahme ist, bzw. sich einfach künstlich anhört. Also gilt auch bei dieser Bibliothek: mischen mit anderen, einen gescheiten Reverb (wir benutzen hier von EastWest Spaces) reinschalten - dann hört sich das schon sehr viel besser und vorallem glaubhafter an.

 

Da es zu Symphobia 1 schon viele ausufernde Reviews gibt, möchten wir hier dazu übergehen und euch kurz vorstellen wie wir Symphobia einsetzen und mit was für anderen Libraries wir diese mischen.


Gut zu mischen mit:


Wir nutzen Symphobia hauptsächlich im Streicherbereich. Hier bekommt man einen recht überzeugenden Mix mit der Cinematic Strings2 Library. Symphobia bringt hier die gewisse "Härte" rein. Cinematic Strings2 dagegen das "weiche und lyrische" und lässt Symphobia noch etwas voller klingen.

 

Eine weitere gute Mixmöglichkeit bietet sich mit Adagietto von 8DIO. Die recht hart und trocken klingenden Adagietto Streicher bilden einen guten Mix mit den Symphobia Streichern. Adagietto gibt vorallem bei den kurzen Spielweisen wie Staccatto den vor allem bei epischen actionreichen Melodien den gewissen "Grip und Drive".

Auch mit 8Dio´s Agitato und Adagio Strings(Violinen, Vilas, Celli und Bass) bekommt man einen schönen Mix hin. Hierbei stellt Symphobia einen massiven und die 8Dio Streicher einen lyrischen und epischen Aspekt dar. Allerdings muss man in dieser Kombination etwas Zeit in das EQ'ing der 8Dio Bibliotheken stecken, da diese sehr "harsch" klingen können.

 

Fazit:

 

Wir nutzen Symphobia 1 nach wie vor als Basis für viele unserer epischen Kompositionen. Besonders hervorzuheben ist auch der Service von Projectsam. Beinahe jedes Jahr gibt es ein großes, kostenfreies Update mit neuen Spielweisen und überarbeiteten Samples von der Company.

 

Diesen Service sucht man bei Herstellern wie beispielsweile 8Dio leider vergeblich...